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TSV Vaterstetten e.V. - Leichtathletik
Leichtathletik für Wettkämpfer, Leistungssportler und Freitzeitathleten

Zwei Siege dank eines milden Winters

Gerhard Zorn bei der Hallen-DM 2016 der Senioren in Erfurt – ein persönlicher Rückblick

22.02.2016 | von Gerhard Zorn


Thumb gerhard zorn Siegerfoto: Nach dem 200-Meter-Lauf wird Gerhard Zorn von Rudolf König (l.) und Roland Eberle in die Mitte genommen. (Foto: privat)

Entgegen meiner ursprünglichen Planung habe ich doch an der Hallen-DM für Senioren teilgenommen. Und der Erfolg ist nicht ausgeblieben.


Eigentlich mache ich ja keine Hallen-Meisterschaften mehr. Um wirklich gute Leistungen in der Hallensaison bringen zu können, braucht man zum Training eine Leichtathletik-Halle. Zwar gibt es in München eine solche Halle mit der eigentlich großzügigen Regelung, dass man sie unter der Woche zwischen 12 Uhr und 14 Uhr nutzen darf. Aber berufstätige Senioren-Leichtathleten zwischen 35 und 65 Jahren sind um diese Zeit meistens an ihrem Arbeitsplatz. Deswegen habe ich mich in den vergangenen Jahren auch darauf verlegt, den Winter mit Joggen und Fitnessstudio zu verbringen sowie dem geschätzten Hallentraining mit unserer Jugend.

Dieser Winter war aber anders. Schon zwischen den Feiertagen konnte man bei frühlingshaften Temperaturen hinaus auf die Bahn, wenn auch nicht immer auf die eigene in Vaterstetten. Einige wenige Trainingseinheiten hatten bei mir schon einen sehr positiven Effekt auf die Ergebnisse beim traditionellen Senioren-Hallensportfest in Fürth Mitte Januar. Dort wurde ich von mehreren Bekannten gefragt, ob ich zur Deutschen Hallen-Meisterschaft nach Erfurt fahren würde. Meine Antwort war jedes Mal ein Nein, mit Verweis auf die fehlenden Trainingsmöglichkeiten. Das Wetter aber blieb mild – und irgendwie reifte dann doch der Entschluss, das zu nutzen und einen Besuch in Erfurt in Betracht zu ziehen.
So kam es, dass ich mit Guido Müller und seiner Frau Helga Richtung Erfurt aufbrach, um das erste Mal in meiner neuen Altersklasse M60 an einer Meisterschaft teilzunehmen. Dabei wollte ich zum ersten Mal überhaupt bei einer Meisterschaft über 60 Meter antreten (in Fürth war ich vier Wochen zuvor Bayerischen Rekord gelaufen). Die 200 Meter und die 400 Meter sollten mein Programm komplettieren.

Die Vorläufe über 60 Meter waren für Samstagvormittag angesetzt. Mit einer Zeit von 8,09 Sek. war ich ein wenig langsamer unterwegs als gehofft. Mein Hauptkonkurrent Rudolf König kam im anderen Vorlauf mit 8,02 Sek. aus dem Rennen. Das Finale war eigentlich ergebnisoffen, denn ich wusste, dass Rudi ein sehr guter Starter ist und ich eher ein schlechter. Wenn mir also ein guter Start gelingen würde, könnte es interessant werden. Leider war mein Start im Finale dann nicht so gut und ich konnte erst gegen Ende der Strecke ein wenig aufholen. Meine 8,03 Sek. waren nicht schlecht, aber Rudi lag mit 8,01 Sek. eben doch ein wenig vorn.  Mein Fehler war (neben dem schlechten Start), dass ich mich zu sehr ablenken ließ, anstatt mich auf meinen Lauf zu konzentrieren. Man muss eben nicht nur körperlich, sondern auch geistig in der eigenen Bahn bleiben. Rudi hat sich sehr über seinen Sieg gefreut. Nachdem es für ihn als Thüringer ein Heimspiel war, hatte er unbedingt gewinnen wollen.

Die 200 Meter fanden am späten Nachmittag statt, leider nicht mit Vor-und Endlauf (mir liegen mehrere Läufe), sondern nur als Zeitendlauf. Wieder war Rudi mein Hauptkonkurrent, aber diesmal konnte ich ihn in Schach halten. Bis ca. 120 Meter lagen wir gleichauf, aber gegen Ende konnte ich zulegen (oder weniger abbauen) und das Rennen mit 25,56 Sek. und ca. 0,5 Sekunden Vorsprung beenden.

Auch die 400 Meter am nächsten Tag fanden als Zeitendlauf statt. Hier musste ich auf Wolfgang Kreemke aus Potsdam aufpassen. Zum Glück für mich startete er im ersten Vorlauf und kam mit 59,18 Sek. ins Ziel. Ich wusste also, dass ich da nicht so bequem wie in Fürth laufen konnte, wo ich etwas über 60 Sekunden gebraucht hatte. In meinem Lauf startete ich auf der Außenbahn, was mir entgegen kam, denn ich musste die Siegerzeit aus dem ersten Vorlauf unterbieten und deswegen sowieso allein laufen. Das gelang mir mit 57,12 Sek. überraschend gut. Für ein Winter ohne entsprechendes Training der Laktattoleranz keine schlechte Zeit.

Insgesamt also eine positive Bilanz der Hallen-DM als Auftakt für das neue Jahr. Enden soll es mit einer Teilnahme an der Stadion-Weltmeisterschaft im Herbst in Perth/Australien. Dort werde ich dann hoffentlich zusammen mit den oben genannten Konkurrenten der Einzelwettbewerbe gemeinsam in einer Staffel um Medaillen laufen.

(bearbeitet von Christian Töpfer)

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--> zum Bericht von Guido Müller