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TSV Vaterstetten e.V. - Leichtathletik
Leichtathletik für Wettkämpfer, Leistungssportler und Freitzeitathleten

Unbekannte Regel kostet Stockerlplatz

TSV-Leichtathleten bei Deutscher Hallenmeisterschaft der Senioren

03.03.2020 | von Christian Töpfer


Thumb dirk sch%c3%b6nmetzler erfurt 1 3 2020 Als Dritter über 60 m Hürden im Ziel, aber nachträglich disqualifiziert: Dirk Schönmetzler (2.v.r.) fiel einer neuen und unsinnigen Regel zum Opfer. (Foto: Gerhard Zorn)

Zwei Läufer vom TSV Vaterstetten waren zur Deutschen Hallenmeisterschaft der Senioren nach Erfurt gefahren. Während der eine mit einmal Gold und zweimal Silber nach Hause fuhr, saß beim anderen der Frust tief.

Thumb gerhard zorn erfurt 1 3 2020 Siegerehrung über 400 m der M60: Gerhard Zorn (l.), Sieger Kai-Steffen Frank (M.) Laszlo Müller (Foto: Karl Dorschner)

Es hätte so schön sein können: Als Dirk Schönmetzler nach seinem Lauf über 60 m Hürden als Dritter ins Ziel lief, war er rundum zufrieden. „9,07 Sek., eine großartige Zeit“, sollte er später sagen. Er war sich sicher, in der Altersklasse M45 die Bronzemedaille gewonnen zu haben. So wie er dachten auch alle Anwesenden. Doch ein Kampfrichter hatte etwas dagegen und disqualifizierte ihn wegen der Regel IWR 168.7.

„Ich war wie vom Donner gerührt“, schildert Dirk die Situation vor Ort. „Mir wurde gesagt, dass es seit Ende des vergangenen Jahres eine neue Regel gebe, wonach ein Hineintreten in die Hürde als Regelverstoß gewertet werde.“ Dirk weiter: „Davon wusste ich nichts. Das ist aber auch totaler Unsinn, denn kein Läufer tritt freiwillig in eine Hürde. Denn jede Berührung, jedes Touchieren bremst dich aus und kostet Zeit.“ Dirks Zeit war zwei Zehntelsekunden schneller als vor fünf Wochen. Schwer zu glauben, dass das mit einem Tritt in die Hürde gelungen war.

Leider bestand das Kampfgericht aber auf der Tatsachenentscheidung. Dass das keiner so richtig verstehen konnte, zeigt auch das Verhalten des Läufers, der dann auf den 3. Platz kam. „Er wollte mir noch die Medaille schenken“, berichtet Dirk.

Doch es gab aus Sicht des TSV Vaterstetten auch Positives zu berichten. Gerhard Zorn, in seinem letzten Jahr in der Altersklasse M60, konnte mit einmal Gold über 200 m und jeweils Silber über 60 m und 400 m die Heimfahrt antreten. Hier seine Schilderungen seiner Läufe:

„Im Vorlauf über 60 m wurde ich mit 8,16 Sek. Zweiter hinter Czeslaw Pradzynski (8,08 Sek,), frisch in der M60 und Kurzstreckenspezialist. Favorit nach den Vorläufen war aber Georg Müller, erstmals seit ca. zehn Jahren wieder dabei und ebenfalls frisch in der M60. Mit 8,01 Sek. bestätigte er seine Form. Das Finale verlief dann aber nicht so wie erwartet. Zwar gewann Georg Müller mit 8,06 Sek., konnte sich aber gegenüber dem Vorlauf nicht verbessern. Czeslaw stürzte kurz nach dem Start. Ich dagegen musste mich wegen eines schlechten Starts mal wieder von hinten an das Feld heranmachen, konnte dann aber doch in 8,11 Sek. als Zweiter ins Ziel laufen. Dritter wurde Kai-Steffen Frank mit 8,16 Sek. Die Silbermedaille war also mehr, als ich erwartet hatte.

Später am Tag fand der 200-m-Lauf statt. Da sollte Kai-Steffen vermutlich mein einziger ernsthafter Konkurrent sein, weil Czeslaw wegen seines Sturzes auf weitere Starts verzichtete. Kai-Steffen war dabei ein wenig im Nachteil, denn er war erst zwei Stunden zuvor die 800 m gelaufen und hatte sie souverän gewonnen. Mein Nachteil dagegen war die Bahneinteilung, denn ich musste ganz außen laufen und Kai-Steffen hatte mich immer im Blick. Trotzdem konnte ich mich ein wenig absetzen und den Lauf mit 25,81 Sek. vor ihm mit 26,09 Sek. gewinnen. Damit war ich sogar ein paar Hundertstelsekunden schneller als letztes Jahr bei der DM.

Für den 400-m-Lauf am Tag danach hatte ich zwar auch Hoffnung auf Gold, aber Kai-Steffen ließ sich durch meinen schnellen Start nicht ins Bockshorn jagen. Er lief seine Geschwindigkeit und konnte auf seine 800-m-Ausdauer vertrauen. So hatte er nach 300 m zu mir aufgeschlossen und konnte mich eingangs der Zielgeraden locker überholen. Er lief mit 57,11 Sek. ins Ziel, während ich mit 57,65 Sek.  Zweiter wurde. Damit war ich immerhin 1,5 Sek. schneller als bei der letztjährigen DM.

Nächstes Ziel für mich ist die Hallen-Europameisterschaft in Braga/Portugal, falls sie nicht dem Corona-Virus zum Opfer fällt. Leider sind es bis dahin nur noch zwei Wochen. Das ist ein wenig knapp, um noch an der 400-m-Ausdauer zu arbeiten. Andererseits bestimmt bei internationalen Wettkämpfen der Geburtstag die Altersklasse und nicht der Jahrgang, wie das bei der DM der Fall ist. Die Altersklassen-Aufrücker von Erfurt sind deswegen bei der EM für mich nicht relevant.“

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