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TSV Vaterstetten e.V. - Leichtathletik
Leichtathletik für Wettkämpfer, Leistungssportler und Freitzeitathleten

Erfolge und Missgeschicke

Ein Rückblick auf die Bayerische Meisterschaft der Senioren

20.06.2018 | von Christian Töpfer


Thumb gerhard zorn %c3%bcber 100 m Den anderen einteilt: Gerhard Zorn läuft den anderen Teilnehmern über 100 m davon. (Foto: Dirk Schönmetzler)

Mit drei Frauen und sieben Männern im Alter von 43 bis 79 Jahren war der TSV Vaterstetten bei der Bayerischen Meisterschaft der Senioren am 16. und 17. Juni in Regensburg am Start. Vieles verlief erfreulich, es gab aber auch ein paar Missgeschicke.

Thumb andreas gienger christian t%c3%b6pfer Explosivität am Start: Andreas Gienger (l.) und Christian Töpfer (r.) im Lauf über 100 m.

Die immer größer werdende Senioren-Trainingsgruppe bei den Leichtathleten des TSV Vaterstetten schlug sich in der Teilnehmeranzahl bei der Bayerischen Meisterschaft nieder. Mit insgesamt zehn Athleten reiste der TSV Vaterstetten an, darunter zwei Sportler, die in diesem Jahr ihre erste Wettkampfsaison nach mehr als 20 Jahren Pause absolvieren.

Schon lange Dauergäste bei solchen Meisterschaften sind Guido Müller und Gerhard Zorn. Guido Müller konnte diesmal drei Siege in der Altersklasse M80 feiern: über 200 m in 30,83 s, 400 m in 1:13,64 Min. und über 80 m Hürden in 17,94 s. Die Ergebnisse auf den flachen Strecken sind neue deutsche Rekorde. Ein Malheur unterlief Guido jedoch beim Start über 100 m: Er produzierte einen Fehlstart und musste disqualifiziert werden.

Gerhard Zorn hatte im Vorfeld eine Wadenverletzung zu schaffen gemacht. Als er beim Warmmachen merkte, dass das Hürdenlaufen ein Risiko bedeutet, verzichtete er auf den Start über 100 m Hürden.  Die anderen vier Disziplinen absolvierte er zum Teil mit angezogener Handbremse, was aber dennoch reichte, um in der Altersklasse M60 zu gewinnen – über 100 m (13,10 s), 200 m (25,86 s), 400 m (57,55 s) und im Weitsprung (4,68 m). In zwei Wochen steht schon die Deutsche Meisterschaft der Senioren an und Gerhards Ausblick klingt bedenklich: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich bis dahin die Leistungsbereiche trainieren kann, die ich mir vorstelle. Sollte meine Verletzung wieder aufbrechen und eine erneute Pause nötig sein, würde mir zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im September in Malaga nochmal Zeit fehlen. Deswegen werde ich dieses Jahr wohl auf die DM zu verzichten und mich auf die Titelverteidigung über 400 m bei der WM konzentrieren.“

Martin Fischer hatte einen Start im Hochsprung und über 5.000 m in der Altersklasse M50 geplant. Doch dann kam es anders als gedacht.  „Beim Hochsprung habe ich ausprobiert, wer zuerst nachgibt: der Hochsprungständer oder ich. Ergebnis: Ich habe verloren.“, berichtet Martin mit viel Selbstironie im Rückblick. Bei dieser Aktion zog er sich eine blutende Platzwunde am Kopf zu und musste im Krankenhaus versorgt werden. Seine Leistung von 1,40 m und Platz 7 waren da nur noch nebensächlich, an einen Start über 5.000 m war nicht mehr zu denken.

Die drei Damen vom TSV Vaterstetten traten alle in der Altersklasse W50 an. Alle durften sich über Plätze auf dem Podest freuen. Stefanie Roth lief über 100 m in 15,61 s auf Rang 3 und kam im Weitsprung mit 3,80 m auf Rang 2. „Meine Leistungen sind absolut unbefriedigend, aber über die Platzierungen bin ich trotzdem glücklich“, blickt sie zurück.

Christine Schmidt absolvierte gleich vier Disziplinen. Über 100 m war mit 15,81 s leider nur Platz 4 drin, aber über 200 m gelang ihr in 33,06 s der Sprung auf Rang 2. Eine in dieser Art nicht erwartete Leistung: „Ich habe zum ersten Mal diese Distanz ausprobiert auf Anhieb fast die Qualifikation für die Deutsche Seniorenmeisterschaft geschafft“, freute sie sich. Im Weitsprung reichte es mit 3,65 m zu Platz 3, während im Speerwurf mit 20,97 m nur Platz 7 drin war.

Martina Hornung beließ es bei einem einzigen Start im Speerwurf. Mit 25,38 m durfte sie sich aber über den bayerischen Vize-Titel in der W50 freuen – eine Umstellung in der Wurftechnik vor einigen Wochen hat hier Wirkung gezeigt.

Christian Töpfer lief über 100 m in der Altersklasse M45 auf Rang 5 und erzielte dabei mit 12,67 s – begünstigt durch etwas Rückenwind – eine Zeit, die er nicht für möglich gehalten hatte. Das bedeutet für ihn einen persönlichen Seniorenrekord. „Es kann gut sein, dass ich in meinem Leben nie wieder schneller sein werde“, fügt er hinzu. Im Weitsprung landete er nach 5,08 m auf Rang 4.

Ihre Premiere bei einer Seniorenmeisterschaft feierten Andreas Gienger und Dirk Schönmetzler – und beide hatten gleich tolle Erfolge zu vermelden. Während Andreas Gienger über 100 m mit 12,66 s in der Altersklasse M45 nur eine Hundertstelsekunde vor Christian auf Rang 4 landete, lief er über 200 m mit 26,07 s auf Rang 2. „Ein für mich total überraschendes und völlig unerwartetes Ergebnis, mit einer Vizemeisterschaft habe ich bei meiner ersten Teilnahme nie und nimmer gerechnet“, freute sich Andreas.

Auch Dirk Schönmetzler durfte sich über einen 2. Platz freuen. Als jüngster TSV-Teilnehmer hatte er es über 110 m Hürden in der Altersklasse M40 mit Jan Schindzielorz zu tun, der 2002 für Deutschland an der Europameisterschaft teilgenommen hatte und seit drei Jahren bei den Senioren für Furore sorgt. Dirk kam in 18,75 s deutlich hinter Schindzielorz ins Ziel, der einen deutschen Rekord aufstellte. „Wenn man will, kann man sagen, dass ich ihn zum Rekord getrieben habe“, sagte Dirk nachher mit einem Augenzwinkern.

Erstmals nach vielen Jahren brachte der TSV Vaterstetten auch wieder eine Männerstaffel über 4x100-Meter in der Altersklasse M40/45 an den Start. In der Besetzung Christian Töpfer, Dirk Schönmetzler, Andreas Gienger und Jan Domke brachten sie den Stab auch ins Ziel –  wurden aber nachträglich leider disqualifiziert, weil bei einer Stabübergabe die Wechselmarkierung überlaufen worden war. Der Auftritt der Vaterstettener Leichtathleten war also von Erfolgen und Missgeschicken geprägt.

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