10.03.2026
Vier deutsche Meisterschaften gehen nach Vaterstetten
Großartige Erfolge bei der Hallen-DM der Masters
Von der Deutschen Senioren-Meisterschaft am ersten Märzwochenende in Düsseldorf sind die Vertreter vom TSV Vaterstetten mit vier Gold- und einer Bronzemedaille zurückgekehrt. Und diesmal war es nicht allein Gerhard Zorn, der für die Titel verantwortlich war.
Erstmalig konnte nämlich Dirk Schönmetzler über 60 m Hürden in der Altersklasse M50 eine deutsche Meisterschaft gewinnen. Und eine Bronzemedaille kam im Weitsprung auch noch dazu! Hier seine Eindrücke:
„Im Weitsprung habe ich gleich im ersten Versuch das Brett sehr gut getroffen und mit 5,55 m ,einen rausgehauen‘ und die bisherige Saisonbestleistung um 17 cm überboten. Ansonsten bin ich recht konstant gesprungen und sehr zufrieden mit meiner Leistung. Um noch weiter vorne zu landen, hätte ich die Leistung aus der Freiluftsaison aus dem Vorjahr überbieten müssen.
Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder morgens Richtung Halle, der Start der 60 m Hürden war für 10:15 Uhr angesetzt. Beim Lauf selbst habe ich den Start gut erwischt – und dann bin ich gleich an der ersten Hürde leicht hängengeblieben und fast ins Straucheln gekommen. Aber auf zur nächsten Hürde – und dort stellte ich fest, dass ich trotzdem in Führung liege. Noch drei Hürden, dann ins Ziel – und plötzlich hat man den Titel „Deutscher Meister“. Ein tolles Gefühl!
Plötzlich standen zwei nette Personen neben mir und haben mich zur Dopingprobe aufgefordert und entsprechend eskortiert. Das war dann nochmal ein ganz eigenes Erlebnis – zumal ich nicht zur berühmten Urinprobe aufgefordert wurde, sondern zu einem neuen Verfahren, bei dem am Oberarm Blut entnommen wird.
Die letzte Disziplin hieß dann „45-Minuten-Fußmarsch“ von der Halle zum Flughafen. Nach zwei Tagen Wettkampfsport ‚ein bisschen Bewegung‘ und Zeit für Gerhard und für mich, unsere Eindrücke Revue passieren zu lassen.“
Während die Erfolge von Dirk für manche Beobachter überraschend kamen, konnte Gerhard Zorn seiner großen Titelsammlung drei weitere nationale Meisterschaften hinzufügen. In der Altersklasse M70, in die er in diesem Jahr neu „aufgestiegen“ ist, ging er über die Distanzen von 60 m, 200 m und 400 m jeweils als Favorit an den Start – und wurde dieser Rolle auch gerecht. Hier sein Rückblick:
„Mein 60-m-Lauf fand diesmal gleich als Zeitendlauf statt. Es gab also im Gegensatz zur bisherigen Praxis keine Vorläufe, auch nicht für die unteren Altersklassen. Das ist eigentlich schade, andererseits war es in diesem Jahr angesichts des straffen Zeitplans vielleicht nicht anders zu machen. Im vergangenen Jahr habe ich zum Beispiel das 60-m-Finale sausen lassen, weil ein paar Minuten darauf der 400-m-Lauf angesetzt war.
Ich war auf mein 60-m-Ergebnis echt gespannt, denn beim Dieter-Krumm-Sportfest in Fürth vor ein paar Wochen war ich deutschen Rekord mit 8,18 Sek. gelaufen – eine Zeit, die mich damals sehr überraschte. Denn: Das letzte Mal war ich im Jahr 2020 mit 8,11 Sek. schneller gewesen, und zuletzt lag ich immer über 8,4 Sek. Es ging also für mich darum, an die gute Zeit vom Januar anzuknüpfen.
Gestoppt wurde ich dann als Erster im Ziel mit 8,19 Sek., konnte also meine Zeit von vor ein paar Wochen bestätigen. Die Gründe für diese deutliche Verbesserung in diesem Winter können eigentlich nur in einer veränderten Startposition („Drei-Punkt-Start“) und einer veränderten Laufhaltung liegen. Zudem hatte ich im Vorfeld ein paar Trainingseinheiten mit dem Zugschlitten gemacht. Zumindest über die 60-m-Distanz hatte sich mein Training also rentiert.
Interessantes Detail: Meinen deutschen Rekord in Fürth hatte damals vor Ort keiner so recht mitbekommen. Zwar fand sich mein Ergebnis sofort in den elektronisch geführten Jahresbestenlisten des DLV, nicht aber in den als PDF-Dateien geführten Listen mit allen deutschen Rekorden. Insofern war es nicht verwunderlich, dass der Hallensprecher in Düsseldorf meine 8,19 Sek. gleich nach dem Lauf als neue deutsche Bestleistung ansagte. So kam ich also doch noch zu gebührenden Applaus für meinen Rekord, wenn auch zur falschen Zeit, am falschen Ort und für die falsche Leistung.
Die 200-m- und 400-m-Läufe gewann ich dann mit gutem Abstand vor den Zweitplatzierten, aber mit den erreichten Zeiten war ich nicht wirklich zufrieden (26,48 Sek. und 60,64 Sek.). Vielleicht hatte das auch damit zu tun, dass ich diesmal nicht an der Europameisterschaft der Masters teilnehmen werde, die in ein paar Wochen in Torun/Polen stattfinden werden. Deswegen war ich zuletzt insbesondere beim anstrengenden 400-m-Training eher sparsam gewesen.“