06.07.2026
Dominanz in Bayern
Masters-Leichtathleten aus Vaterstetten glänzen bei Landesmeisterschaft
Von den bayerischen Titelkämpfen der Senioren kamen die Teilnehmer vom TSV Vaterstetten mit einer Rekordzahl an Medaillen zurück: Sie gewannen 11 Gold-, 3 Silber- und 4 Bronzemedaillen.
Der weite Weg ans andere Ende des Freistaats hat sich für unsere Vertreter also gelohnt und zu einer noch nie dagewesenen Medaillenflut geführt. Überspitzt ausgedrückt: Für die anderen Teilnehmer blieben dann doch noch ein paar Medaillen übrig…
Als einzige Dame aus Vaterstetten war Mareike Mannewitz in der Altersklasse W35 am Start – und zwar über 100 m, im Weitsprung und im Hochsprung. Am Ende konnte sie von niemandem geschlagen werden – ihre Leistungen von 14,48 Sek., 4,44 m bzw. 1,30 m reichten jeweils für Platz 1. „Nach zwei Jahren mit etlichen Rückschlägen wegen Verletzungen wusste ich gar nicht, wo ich leistungsmäßig stehe“, sagt sie. Dass sie im Sprint eine halbe Sekunde schneller war als zuletzt, führt sie auch auf eine neue Starttechnik zurück. Auch im Weitsprung ließ sie aufhorchen – fast 20 cm weiter als vor zwei Jahren. „Also rundum sehr zufrieden mit dem ganzen Tag“, lautet ihr Fazit.
Jüngster Vaterstetten Senior bei dieser Meisterschaft war Dirk Schönmetzler in der Altersklasse M50, der zweimal Gold gewann – im Weitsprung und über 100 m Hürden. Da es sein erster Wettkampf seit der Hallensaison im März war, war es „eine Art Standortbestimmung“. Was sich dann prompt im Weitsprung zeigte, bei dem vier von sechs Versuchen ungültig waren, da der Anlauf nicht passte. Zwei gute Versuche glückten ihm dann aber doch, unter anderem auf die Siegesweite von 5,70 m. Noch erfreulicher war seine Zeit über die Hürdenstrecke. 14,63 Sek. bedeuten aktuell deutsche Jahresbestleistung in dieser Altersklasse. Und „zudem die zweitbeste Zeit, die in den letzten sechs Jahren in Deutschland über diese Strecke gelaufen wurde“, wie er nach einer Datenbank-Recherche stolz feststellte.
Für Ingo Kemmerzell (M60) war es die zweite Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft der Masters. Mit seinen Zeiten über 200 m (29,42 Sek., Platz 5) und 400 m (69,09 Sek., Platz 3) war er nicht ganz zufrieden. „Über 200 m bin ich schlecht gestartet“, sagt er, „und den 400-m-Lauf bin ich wegen des starken Winds konservativ angegangen – leider war dann die Zeit nicht so toll“.
Ein unglaubliches Comeback nach 32 Jahren Wettkampfpause legte Rolf Antony in der Altersklasse M60 hin. Der frühere Zehnkämpfer vom TSV Zorneding ist der jüngste Neuzugang in der starken Senioren-Mannschaft beim TSV Vaterstetten und kam aus Aschaffenburg mit fünf Medaillen zurück. Über 100 m lief er in 12,77 Sek. auf Rang 2, über 200 m in 26,96 Sek. auf Rang 3, im Hochsprung reichten 1,39 m für Rang 2, im Diskuswurf landete er mit 36,44 m auf Rang 3 und im Weitsprung schaffte er 5,04 m, was Platz 1 bedeutete. Ein großes Programm – kein Wunder, dass ihm am Ende die Puste ausging. „Ich war schon etwas nervös und unsicher, ob meine Disziplinen vom Zeitplan hinhauen würden“, blickt er zurück. Dass bei den Läufen solche super Zeiten herauskommen wurden, hat ihn dann sehr überrascht. „Aber weil die Bedingungen bei diesem Wettkampf mehr als ideal waren, befürchte ich, dass ich nie wieder an diese Leistungen herankommen werde“, ergänzt er.
Auch Helmut Dusch in der Altersklasse M70 hatte sich einiges vorgenommen und für vier Disziplinen gemeldet. Für ihn sprang über 100 m Platz 5 mit 15,33 Sek., über 200 m Platz 3 in 31,97 Sek., über 400 m Platz 2 in 75,35 Sek. und im Weitsprung Platz 4 mit 3,18 m heraus. Sein Fazit: „Ich bin sehr zufrieden, vor allem weil ich die Qualifikation über 400 m für die Deutsche Meisterschaft geschafft habe.“
Richtig abgeräumt und mit fünf Goldmedaillen nach Hause fahren konnte Gerhard Zorn, der jüngst mit einem neuen deutschen Rekord für Furore gesorgt hatte (--> hier nachlesen). In der Altersklasse M70 gewann er die 80 m Hürden (14,79 Sek.), die 100 m (12,83 Sek.), die 200 m (26,24 Sek.), die 400 m (58,61 Sek.) und den Weitsprung (4,52 m). „Die 80 m Hürden hatte ich noch nie absolviert“, sagt er hinterher – „aber ich habe es als Test gesehen, um vielleicht mal wieder einen Zehnkampf zu absolvieren“. Ähnliches gilt für den Weitsprung – „auch den probiere ich nur alle paar Jahre mal aus“, erklärt er. Und seine Leistung über die Stadionrunde bezeichnet er als „eine sehr gute Zeit angesichts der Tatsache, dass ich dieses Jahr noch gar nicht ernsthaft mit meinem Laktattoleranztraining begonnen habe“.
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