Leichtathletik gilt oft als Individualsport – doch beim TSV Vaterstetten zeigt sich, wie viel Teamgeist auch hier dahintersteckt. Martin Fischer, besser bekannt als „Kermit“, gibt Einblicke in die Abteilung, ihre Erfolge und die besondere Atmosphäre im Verein.
Vom Einstieg zum Allrounder
Martin Fischer, genannt „Kermit“ innerhalb der „Leichtathletik-Szene“, ist vielseitig engagiert: Abteilungsleiter, Kampfrichter, Sportabzeichen-Abnehmer, Lauftrainer, aktiver Senioren-Leichtathlet (der Masters-Klasse) – und was sonst noch so gebraucht wird.
Zur Leichtathletik kam er 1982 eher zufällig, als ihn ein Freund zum Training („Jugend A“) mitnahm. Bereits ein Jahr später fuhr er ins Trainingslager mit – mit dem Ergebnis, dass sein damaliger Trainer meinte: „Nächstes Jahr fährst du als Trainer mit…“.
In der Zeit hatte er auch den „Schüler-Waldlauf“ übernommen – im Sommer wurde er von seinem Trainer in einem einmonatigen „Intensivkurs“ zum Übungsleiter ausgebildet (natürlich nicht offiziell).
Spätestens da war klar: Das „Virus“ hatte ihn gepackt – und ist nach einer längeren Pause zwischen 1993 und 2015 inzwischen wieder voll „ausgebrochen“.
Welche Disziplin macht dir am meisten Spaß?
Da ich neugierig bin, habe ich fast alles ausprobiert – vom Marathon über Hindernislauf bis hin zum Zehnkampf. Früher lag der Fokus auf Mittelstrecke und Stabhochsprung, heute reicht zum längeren, schnellen Laufen leider die Puste nicht mehr, sodass ich lieber Mehrkampf, insbesondere Speerwurf, mache.
Was macht die Leichtathletik beim TSV Vaterstetten besonders?
Obwohl Leichtathletik eigentlich ein Individualsport ist, gibt es in der Abteilung einen hervorragenden Teamgeist, den viele wahrscheinlich nur bei den Mannschaftssportarten vermuten würden!
Es ist eine sehr bunte Mischung an Sportlerinnen und Sportlern, was aber keineswegs am gemeinsamen Training „hindert“. Von „um die eigene Fitness besorgten“ Müttern und Vätern bis zum Weltmeister der Masters im Sprint hat die Abteilung (fast) alles zu bieten. Jeder hat so seine Vorliebe, aber alle teilen die Begeisterung für den Sport.
Was fasziniert dich an diesem Sport am meisten?
Trotz Konkurrenz herrscht ein großer Zusammenhalt – besonders unter Mehrkämpfern. Man hilft sich gegenseitig und unterstützt sich – selbst wenn die bessere Leistung des Konkurrenten zur schlechteren eigenen Platzierung führt.
Gerade die Vielseitigkeit des Mehrkampfs macht für mich den Reiz aus: unterschiedliche Disziplinen, unterschiedliche Anforderungen – und die Herausforderung, mit den eigenen Kräften richtig zu haushalten.
Rückblick auf die letzten Monate
Seit Jahresbeginn ist viel passiert. Besonders erfreulich ist das Abschneiden der beiden Masters-Athleten Gerhard Zorn und Dirk Schönmetzler bei den Deutschen Hallenmeisterschaften:
Aktuell laufen bereits die Vorbereitungen für den
6. Vaterstettener Laufabend am Vatertag (Donnerstag, 14.05.) – ein kleines, aber feines Team bereitet gewissenhaft die Durchführung vor und perfektioniert den Ablauf von Jahr zu Jahr. Mit über 350 Teilnehmern im letzten Jahr entwickelt sich die Veranstaltung immer weiter – entsprechend wichtig ist eine sorgfältige Planung.
Auch bereitet Martin den „2. Staffel Lauf-10“-Kurs vor – mit der Hoffnung, dort wieder viele Einsteiger und Wiedereinsteiger begrüßen zu dürfen.
Besondere Erfolge und Momente?
Martin freut sich über jedes gute Ergebnis seiner Vereinskameraden – diese Erfolge und Titel bei Bayerischen, Deutschen und Europäischen Meisterschaften alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Besonders stolz ist er jedoch auf die Lauf-10-Gruppe des vergangenen Jahres: Beim abschließenden 10-km-Lauf hielten alle Teilnehmer durch – und eine Teilnehmerin entschied sich sogar, selbst Lauf-Coach zu werden und nun die neue Gruppe zu begleiten.
Was hat zu den Erfolgen beigetragen?
Ein konzentriertes und systematisches Training bildet die Grundlage der aktuellen Leistungen.
Wie motiviert ihr euch im Training und bei Wettkämpfen?
Durch die vielen Freundschaften innerhalb der Abteilung entstehen oft zusätzliche Trainingseinheiten außerhalb der offiziellen Zeiten. Dabei motiviert man sich gegenseitig – durch Lob, Anfeuern und gemeinsames Durchhalten.
Im Wettkampf motiviert mich, wenn nach einem gelungenen Versuch anerkennende Worte der Konkurrenz kommen – da erwacht der Ehrgeiz, beim nächsten Versuch wieder alles richtig zu machen. Für unsere jüngeren Athleten dürfte die Teilnahme am Trainingslager an Ostern sehr motivierend sein.
Blick nach vorne
Ziele für die kommende Saison:
Erfolgreiche Teilnahme an Meisterschaften in verschiedenen Altersklassen
Reibungslose Durchführung der eigenen Wettkämpfe (Laufabend & U14-Meisterschaften)
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Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher für die Abteilung (denn von ihnen lebt die Abteilung)
👉 Besonders gesucht: Unterstützung im Catering bei beiden Veranstaltungen!
Was würdest du Einsteigern empfehlen?
Einfach vorbeikommen und ausprobieren – rennen, springen, werfen. Meist findet man schnell eine Disziplin, die Spaß macht.
Auch Einsteiger und Wiedereinsteiger werden mit offenen Armen aufgenommen – keine Scheu: Wer sich nicht wohlfühlt, kann jederzeit eine Pause einlegen oder wieder aufhören.
Das Freitagstraining (18:00–20:00 Uhr im Stadion) eignet sich ideal für den Einstieg.
Zum Schluss noch etwas Spaß…
Disziplin zum Tauschen:
Wenn ich auf eine Disziplin im Zehnkampf gut verzichten könnte, wäre das Kugelstoßen. Da bin ich mir nicht sicher, ob ich die Kugel oder sie mich „schubst“ 😉 Die Disziplin würde ich gegen ziemlich jede andere eintauschen.
Lustigster Moment:
Beim „Valentins-Cross“ in Ebersberg (1,5 km Runde, drei Mal). Da ich damals noch jünger (und motivierter) war, bin ich am Limit gelaufen – entsprechend habe ich gekeucht. Eine Teilnehmerin wollte daraufhin einen Arzt rufen, weil sie dachte, ich hätte gesundheitliche Probleme. Dabei wollte ich nur Erster werden…
Wenn Leichtathletik ein Superheld wäre - welche Superkraft hätte sie?
Kommt auf die Disziplin an – besonders beeindruckend sind die Laufgeschwindigkeiten auf längeren Strecken. Die aktuelle Halbmarathon-Weltbestzeit wurde mit einem Durchschnittstempo von 2:43 min/km gelaufen – für viele Hobbysportler kaum vorstellbar.
Welche Musik darf auf deiner Wettkampf-Playlist nicht fehlen?:
„Jump“ von Van Halen (natürlich für Stabhochsprung)
Wenn du eine neue Disziplin erfinden könntest – wie würde sie aussehen?:
Hürdenlauf, bei dem man jede zweite Hürde unten durchläuft 😉