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TSV Vaterstetten e.V. - Leichtathletik
Leichtathletik für Wettkämpfer, Leistungssportler und Freitzeitathleten

Perfekte Ausbeute trotz Problemen im Vorfeld

Guido Müller bei der DM der Senioren 2016 – ein persönlicher Rückblick

20.07.2016 | von Guido Müller


Thumb 247 01 guido mueller rgsportbilder von ralf g rlitz Im Endspurt hauchdünn vorn: Guido Müller (l.) konnte seinen Dauerkonkurrenten Hermann Beckering in Schach halten. (Foto: Ralf Görlitz)

Obwohl durch einen Trainingsunfall ein paar Tage vorher beeinträchtigt, ging Guido Müller bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft in Leinefelde-Worbis in fünf Disziplinen an den Start. Und niemand konnte ihn bezwingen.

Thumb guido m ller 400 meter dm senioren 2016 50 von ralf g rlitz Allein auf weiter Flur über 400 Meter: Je länger die Distanz ist, desto größer wird der Vorsprung von Guido Müller. (Foto: Ralf Görlitz)

Vom 8. bis 10. Juli fand in Leinefelde-Worbis in Nordthüringen die Deutschen Seniorenmeisterschaft statt,  für die fast 1.300 Teilnehmer aus 664 Vereinen gemeldet hatten. Die knapp 10.000 Einwohner zählende Stadt, an der die Leine entspringt, war zu DDR-Zeiten Grenzstadt gewesen. Noch heute kann man an der Durchgangsstraße und im Gelände die ehemaligen Grenzbefestigungen mit informativen Schautafeln besichtigen.

Zum ersten Mal seit ich im Jahre 1983 an der Deutschen Seniorenmeisterschaft teilgenommen habe, musste ich ohne vorbereitende Freiluftwettkämpfe an den Start gehen. Erschwerend kam diesmal hinzu, dass ich sechs Tage vorher beim Hürdentraining ziemlich heftig gestürzt war und mich an der Schulter und am Fußgelenk verletzt hatte. Da die Röntgenaufnahmen keine Frakturen ergaben, entschlossen sich meine Frau und ich, die 550 Kilometer lange Fahrt mit unserem PKW anzutreten.

Da zu meiner ersten von fünf Disziplinen, den 100 Metern, nur acht von zehn gemeldeten Teilnehmern in meiner Altersklasse M75 antraten, fand gleich das Finale statt. Mein stärkster Konkurrent war, wie in den letzten Jahren in den Sprintwettbewerben, Hermann Beckering von der SpVgg Ahorn. Gleich nach dem Start lag ich deutlich zurück und bis etwa zur Hälfte der Stecke konnte ich den eher größer werdenden Rückstand nicht aufholen. Danach aber kam ich etwas näher heran und ich sah eine Chance, dass ich diesen Lauf doch noch siegreich beenden könnte. Etwa zehn Meter vor dem Ziel war ich mit Hermann auf gleicher Höhe und am Ziel betrug mein Vorsprung gerade mal elf Hundertstelsekunden.

Nur drei Teilnehmer traten zum 80-Meter-Hürdenlauf an, der am Nachmittag ausgetragen wurde. Wegen meiner immer noch ziemlich schmerzenden Schulter gehörte schon eine Menge Mut dazu, hier überhaupt anzutreten. Alles verlief aber gut – und ohne voll auszulaufen, konnte ich auch diesen Lauf gewinnen.

Auch zum 300-Meter-Hürdenlauf, der am Vormittag des nächsten Tages stattfand,  traten nur drei Teilnehmer an. Trotz windigen Wetters kam ich an alle sieben Hürden sehr gut heran. Und ohne voll auszulaufen, siegte ich mit über acht Sekunden Vorsprung. Damit hatte ich sogar eine bessere Zeit erzielt als der Sieger der Altersklasse M70.

Sieben Teilnehmer traten am späteren Nachmittag zu den zwei Läufen über 400 Meter an. Trotz des Vorsprungs von fast fünf Sekunden auf den Zweitplatzierten war ich mit meiner Zeit nicht so recht zufrieden, zumal ich mit vollem Einsatz gelaufen war. Sicher haben auch die etwas widrigen Windverhältnisse zu der aus meiner Sicht nicht so guten Zeit beigetragen. Trotzdem war meine Zeit auch hier besser als die des Siegers der Altersklasse M70.

Ebenfalls sieben Teilnehmer traten am frühen Sonntagnachmittag zu den beiden 200-Meter-Läufen an. Mit dabei war wieder Hermann Beckering. So war dieses Duell für mich eine echte Herausforderung. Hermann hatte bis dahin nur den 100-Meter-Lauf bestritten, während die 200 Meter für mich bereits der fünfte Wettkampf war. Es war sicher ein Vorteil für mich, dass Beckering direkt auf der Bahn vor mir startete. Es gelang mir, mit ihm nach 100 Meter ziemlich auf gleicher Höhe zu sein. Dadurch sah ich gute Chancen, auch diesen Lauf zu gewinnen. Nach ca. 150 Metern konnte ich mich etwas von meinem Sportkameraden absetzen und am Ziel 27 Hundertstelsekunden Vorsprung herausholen.

Trotz der für mich nicht optimalen Umstände konnte ich in Leinefelde meine fünf Disziplinen gewinnen. Dies erfüllte mich mit großer Zufriedenheit. Durch diese fünf Siege habe ich in fünf aufeinanderfolgenden Jahren bei Deutschen Meisterschaften jeweils fünf Siege erringen können.  Auch dieser Erfolg stimmte mich sehr zufrieden.

Nach den Wettkämpfen waren wir noch drei Tage als Touristen unterwegs und denken gerne und sehr zufrieden an die Tage in und um Leinefelde zurück.
(Textbearbeitung: Christian Töpfer)

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